Kirchen öffnen und erhalten

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Der Arbeitskreis "Kirchen öffnen und erhalten" hat seine Arbeit im Jahr 2015 nach achtjähriger Tätigkeit mit einer Tagung und zwei Publikationen abgeschlossen.

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Die Situation

In Deutschland gibt es rund 45.000 Kirchen, davon ca. 22.000 in den evangelischen Landeskirchen. Die für den Zeitraum zwischen 1980 und 2030 vorausgesagte Halbierung der Kirchenmitgliedschaft und der Rückgang der Kirchensteuer in der EKD um 60 % bedrohen die Existenz einiger tausend Kirchengebäude. Viele Kirchengemeinden standen bereits oder stehen demnächst vor der Frage: Was sollen wir mit unserem Gebäudebestand machen, der zu groß und finanziell nicht mehr zu halten ist?

Diese Entwicklung war absehbar. Die beiden großen Kirchen in Deutschland sind schrumpfende Kirchen. Folglich müsste auch die Zahl der Kirchengebäude zurückgehen. Doch wie viele Kirchen braucht unsere Gesellschaft? Für wen sollen sie geöffnet und wozu erhalten werden?

Es gibt zahlreiche Initiativen, die sich der Erhaltung einzelner Kirchengebäude widmen. In vielen Fördervereinen und Stiftungen sind nicht nur Kirchgemeinden, sondern auch zivilgesellschaftliche Gruppen aktiv. Zugleich zeigt sich, dass kirchliche Gremien das Problem nur zögerlich angehen. Hinsichtlich der doch unausweichlichen Bearbeitung sehen sich die Beteiligten mit unterschiedlichsten, letztlich aber auch immer wieder ähnlichen Schwierigkeiten konfrontiert.

Der Arbeitskreis

Angesichts dieser Situation hat die Evangelische Akademikerschaft in Deutschland (EAiD) auf Bundesebene einen Arbeitskreis „Kirchen öffnen und erhalten“ gegründet. Er setzt sich für die erweiterte Nutzung von Kirchen ein. Mit seinen ehrenamtlich tätigen Fachleuten aus Theologie, Soziologie und Bauwesen will der Arbeitskreis eine theologisch und architektonisch fundierte Auseinandersetzung mit diesem sensiblen Thema fördern.

Der Arbeitskreis ist sich darüber im Klaren, dass bei der großen Anzahl an Kirchen auch Umnutzung und Abriss nicht auszuschließen sind. Demgegenüber plädiert er mit Nachdruck dafür, zunächst alle Möglichkeiten einer Nutzungserweiterung auszuloten. Die Entscheidung, eine Kirche zu schließen, abzureißen oder vollständig anders zu nutzen, darf nicht vorschnell getroffen werden. Das Projekt „Kirchen öffnen und erhalten“ zeigt positive Möglichkeiten einer erweiterten Nutzung auf.

Kirchen haben einen Symbolwert und einen Identitätswert. Kirchen sind Symbole der Gegenwart Gottes und Zeichen geschichtlicher und persönlicher Identität. Individuelle und kreative Ansätze sind gefordert. Bei einer erweiterten Nutzung bleibt die Kirche Ort des Gottesdienstes. Die Öffnung des Kirchenraumes für die Bürgerschaft widerspricht nicht dem kirchlichen Auftrag. Im Gegenteil: Der Auftrag der Kirche fordert und begründet eine sich öffnende Kirche.

Eine erweiterte Nutzung von Kirchengebäuden bietet auch die Chance, Kirchengemeinden „inhaltlich“ zu öffnen. Lösungen dafür können sich nur aus dem Gesamtkonzept der Gemeinde und den Erwartungen der Menschen im Umfeld einer Kirche ergeben. Intensive und oft auch kontrovers geführte Diskussionen zwischen allen Beteiligten sind erforderlich. Die Initiative will zur Bewusstseinsbildung beitragen und Motivation schaffen, die Zukunft der Kirchengebäude in den eigenen Gemeinden zu gestalten.

Einladung zur Mitarbeit

Einladung zur Mitarbeit

Kirchen öffnen und erhalten

Projekte werden in der Regel von Arbeitskreisen mit Mitgliedern aus mehreren Landesverbänden getragen. Sie sind offen für neue Mitstreiter/innen. Hier können Sie sich in die aktuelle Arbeit einbringen und erfolgreich für christliche Positionen eintreten.

Ansprechpartner für den AK "Kirchen öffnen und erhalten":
Joachim Gallhoff
Papenberg 3
45529 Hattingen
Tel.: (02324)94 57 29
E-Mail: joachim.gallhoff(at)gmx.de

Manfred Schönberg
Hochbruch 15
46509 Xanten
Tel.: (02801)77 894
E-Mail: institut(at)sozialdesign.de

Buchpublikationen

Ulrich Börngen: Gemeinsam unterwegs zu einer Ökumene der Weltreligionen

Dr. Ulrich Börngen, Mitglied der Evangelischen Akademikerschaft, hat ein neues Buch veröffentlicht, in dem er über die Arbeit der "Interreligiösen Gemeinschaft für Frieden" in Stuttgart berichtet.

 

Religion – Friede oder Gewalt?

Evang. Hochschuldialoge, Band 2

Sind Religionen Quellen des Friedens oder Ursache von Gewalt? Welche Rolle spielen sie in politischen Konflikten? Diese Fragen wurden beim Evangelischen Hochschuldialog in Heidelberg entfaltet und von Experten unterschiedlicher Disziplinen diskutiert.

 
Evangelische Akademikerschaft in Deutschland
Im Lontel 31, 71254 Ditzingen