Zwischen Feindbild und Schmusekurs – Christen und Muslime in Deutschland online-Tagung zum interreligiösen Dialog, 4.-5. Juni 2021

Referentinnen und Referenten

  • Dr. Hamideh Mohagheghi, Zentrum für Komparative Theologie und Kulturwissenschaften, Seminar für Islamische Theologie, Universität Paderborn
  • Klaus W. Schmidt, Evangelische Akademiker LV Baden
  • Ali-Nihat Koç, Sprecher der Begegnungsstube Medina e.V.
  • Jürgen Orth, Bahá’í-Gemeinde in Schwabach
  • Prof. Dr. Georges Tamer, Lehrstuhl für Orientalische Philologie und Islamwissenschaft, FAU Erlangen-Nürnberg (Moderation Podiumsdiskussion)

Datum: 04.-05.06.2021

Ort: online-Tagung, die Zugangsdaten erhalten Sie nach Ihrer Anmeldung

Kosten: Die Tagung ist kostenfrei, um Spenden wird gebeten (Bankverbindung: Ev. Akademikerschaft LV Bayern, IBAN: DE78 5206 0410 0000 2959 06, BIC: GENODEF1EK1)

Anmeldung: An Reza Kharrazian (reza.kharrazian@web.de, 01522 7971942)

Anmeldeschluss: Zur besseren Planbarkeit wird um Anmeldung bis 28.05.2021 gebeten. Auch Anmeldung unter Vorbehalt möglich.

Veranstalter: Die Landesverbände Pfalz-Saar, Baden, Württemberg und Bayern der EAiD

 

Thema

“Aber der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland […]” Dieser Satz aus einer Rede von 2010, gehalten vom damaligen Bundespräsidenten Christian Wulff [1] spricht eine Tatsache, ja eine Binsenweisheit aus. Was bedeutet dieser Satz in der alltäglichen Praxis? Vielerorts ist es zwischen Christen und Muslimen kein Miteinander, sondern ein mehr oder weniger friedliches Nebeneinander – daran mag auch die gelegentliche Begegnung in der Dönerbude nichts ändern. Religiöse, kulturelle und nationale Gruppen leben weitgehend unter sich, türkisch-deutsche Begegnungen auf dem Bolzplatz sind eher die Ausnahme als die Regel.

Für die einen sind Kopftuch tragende Frauen eine absolute Provokation, für andere ist der arme Knuddel-Flüchtling von nebenan ein Objekt gut gemeinter Fürsorge. Vielen muslimischen Männern ist die vermeintlich freizügige Sexualmoral deutscher Frauen ein Dorn im Auge. All die hier genannten (bewusst überspitzten) Beispiele sind Ausdruck und Konsequenz dessen, dass zu wenig miteinander gelebt und gesprochen wird, dass der jeweils eine zu wenig über den jeweils anderen weiß.

Erschwert wird das dadurch, dass Christen und Muslime sehr unterschiedliche Vorstellungen davon haben, wie der Dialog miteinander aussehen sollte oder könnte. Durch die Unterschiede in Einkommen und Sozialstatus, die faktisch vorhanden sind. Und ja, auch beim Verständnis von Demokratie und säkularem Staat zeigen sich Differenzen auf.

Zum Kontext dieser Frage gehört auch, dass sowohl Christen als auch Muslime keineswegs mit einer einzigen Stimme sprechen, und dass in unserer Gesellschaft gegenläufige Trends sowohl in Richtung Säkularisierung als auch hin zu mehr Religiosität zu beobachten sind.

Die Tagung soll einige dieser Themen beleuchten, vor allem aber: Raum zum Dialog bieten.

 

[1] Christian Wulff, Bundespräsident a.D., “Vielfalt schätzen – Zusammenhalt fördern”, Rede zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit, 03.10.2010.

 

Tagungsprogramm

Freitag, 04.06.2021

19:30 Jürgen Orth: Interreligiöse Aspekte und Toleranz aus dem Blickwinkel der Bahá’i – Eine Einführung in die Bahá’i-Religion

Samstag, 05.06.2021

09:00 Dr. Hamideh Mohagheghi: Erfahrungen im interreligiösen Miteinander, und bei der religiösen Ausbildung junger Muslime.

10:30 Ali-Nihat Koç: Höhen und Tiefen einer städtischen Begegnungsstätte

12:15 Pause

13:30 Klaus W. Schmidt: Blick auf den Orient am Beispiel der arabischen Philosophie

15:00 Podiumsdiskussion. Auf dem Podium: Dr. Hamideh Mohagheghi, Ali Nihat-Koç, N.N.. Moderation: Prof. Dr. Georges Tamer

17:00 Schlussrunde & Ende der Tagung