Israel – von Gott erwähltes Volk: Folgerungen aus dem fundamentalen Credo 01.02.2021, 18.00 Uhr Vortrag in Ludwigshafen von Dr. Wolfgang Wittrock, Vertrauensmann im Jerusalemverein

Im Zweiten Buch Mose (Exodus) ist in Kap. 3, 7-10 zu lesen: „Und der HERR sprach: Ich habe das Elend meines Volks in Ägypten gesehen und ihr Geschrei über ihre Bedränger gehört; ich habe ihre Leiden erkannt. Und ich bin herniedergefahren, dass ich sie errette aus der Ägypter Hand und sie herausführe aus diesem Lande in ein gutes und weites Land, in ein Land, darin Milch und Honig fließt,…so geh (Du, Moses) nun hin, ich will dich zum Pharao senden, damit du mein Volk, die Israeliten, aus Ägypten führst.“

Nicht durchgängig wurde Gottes Liebe von seinem auserwählten Volk gewürdigt: Propheten deuteten die Zerstörung Jerusalems und das babylonisches Exil als Folge von Missachtung des Gehorsams gegen Jahwe. Jahrhundertelange wurde dies im Christentum zur Begründung für Judenfeindlichkeit und zur Rechtfertigung von Pogromen missbraucht. Erst die Wahrnehmung der Verstrickung von Christen in den Holocaust führte zu einem Umdenken, indem die bleibende Erwählung Israels theologisch anerkannt wurde.

Dies führt jedoch zu neuen Problemen: Ist die Bildung des Staates Israel als Zeichen der Treue Gottes zu seinem auserwählten Volk zu verstehen? Welche Schlussfolgerungen wären daraus zu ziehen – für politische Entwicklungen im Staat Israel oder auch für die christliche Theologie? Ist die Erwählung quasi ein Freibrief für das politische Handeln in Israel? Wie weit dürfen wir in der Kritik an der Eroberung, Besatzung und Besiedlung palästinensischen Landes durch den Staat Israel gehen, ohne in alte antijudaistische Muster zurück zu fallen?

Dr. Wolfgang Wittrock wird diesen Fragen nachgehen – er ist als Theologe pfälzischer Vertrauensmann im Jerusalemverein.


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