Dr.-Ing. Petra Pötschke war wissenschaftliche Abteilungsleiterin am Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden. Sie promovierte, mit 2 kleinen Kindern, 1988 an der TU Dresden, bevor sie an das damalige Institut der Akademie der Wissenschaften wechselte, welches die politische Wende überlebte. Dort baute sie nach einem einjährigen USA-Forschungsaufenthalt eine eigene Forschungsrichtung auf, die in einer eigenen Abteilung mündete. Nun in Ruhestand, bleibt Zeit die Entwicklung in Ost und West besser zu reflektieren.
Wir freuen uns über einen spannenden Einblick in ein Frauenleben in der DDR. Wir hören den Lebenslauf einer Wissenschaftlerin, die während des Studiums ihre beiden Kinder bekam, in der DDR promovierte, anschließend berufstätig war und schließlich die Umstrukturierung ihres Instituts durch den Westen erlebte, in deren Folge sie eine Weiterbeschäftigung erhielt. Frau Pötschke bezeugt ein Frauenleben mit einer ununterbrochenen Berufsbiografie. Während Frauen in der DDR gleich viel verdienten wie die Männer, gab es gravierende Einbrüche nach der Wende. Frauen mussten wieder um ihre Jobs bangen und sich die Frage stellen, was aus ihrem früheren Arbeitsleben bestehen bleibt. Die Perspektivlosigkeit durch Arbeitslosigkeit nach der Wende, im Gegensatz zur Vollbeschäftigung in der DDR, führte zu vielen biografischen Brüchen. Firmen wurden abgewickelt, damit wurden Menschenleben abgewickelt. Kinder, die diese Brüche erlebt haben, erlebten die Frustration, die durch Arbeitslosigkeit ausgelöst wird. Sie waren mit Eltern konfrontiert, die von Perspektivlosigkeit betroffen waren. Das hat für viele das Vertrauen in die Demokratie verspielt. Wurde der Wert der betroffenen Menschenleben zu geringgeschätzt? Wurde nicht zugehört? Warum wurden die Errungenschaften des Ostens infrage gestellt, indem der Osten abgewickelt und der Westen dem Osten übergestülpt wurde? Es blieb nichts so wie es war. Mit unserer Online-Veranstaltung wollen wir miteinander Erfahrungen austauschen, zum Gespräch anregen, am Beispiel einer Biografie Lebensentwürfe diskutieren, Erkenntnisse ermöglichen und zur Versöhnung und zum Verständnis beitragen. Wir freuen uns auf Dr.-Ing. Petra Pötschke und auf die ganz persönliche Biografie eines Frauenlebens.
Bitte melden Sie sich hier an: schmid@ev-akademiker.de. Der Link zur Veranstaltung wird Ihnen dann zugeschickt.
Dr.-Ing. Barbara Schmid
06.02.2026
