Dr. theol. Katarína Kristinová: Der „unsichtbare“ Gott. Wie neu von Gott reden angesichts der veränderten Welt? - Vortrag vom 09.07.2022

Neue Sprache braucht das Land

Für viele Menschen, selbst für Christinnen und Christen, sind traditionelle Gottesvorstellungen fraglich oder sinnlos geworden. Das Wort „Gott“ scheint zu einer leeren Chiffre zu verkommen, die man entweder verlegen meidet oder als kindliches Wunschdenken entlarvt.

Vorbei sind die Zeiten, in denen Gott die erste und die letzte Bezugsgröße in existentiellen Höhepunkten, Nöten, Konflikten oder Fragen darstellte. Und vorbei sind auch die Zeiten, in denen er wenigstens einer kämpferischen Auflehnung, eines rebellischen Widerstandes wert war. Heute, so der überwiegende Eindruck, scheint er nicht einmal der Rede wert, da weder von Interesse noch von Relevanz zu sein. Der verschwindend geringe Sprachraum, in welchem die Rede von Gott geschieht, zeugt davon, wie wenig der moderne Mensch mit ihm noch anfangen kann. Gott ist entbehrlich geworden. Die Erfahrung der existentiellen Unentbehrlichkeit wird problemlos ohne ihn gemacht. Gott wurde laut oder stillschweigend für belanglos erklärt. Und als solcher ist er unsichtbar geworden.

Denn: Was wir als belanglos darstellen, das müssen wir nicht ernst nehmen, dem können wir uns entziehen und unsere Aufmerksamkeit verweigern. Das wird irgendwann weder der Rede noch des Blickes wert und verschwindet aus unserem Horizont.

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