EaiD - Evangelische Akademikerschaft in Deutschland

Friedensgebet

Die schlimmen Ereignisse der letzten Zeit haben uns in diesen Wochen alle betroffen und nachdenklich gemacht. Auf der Konferenz der Landesverbandsvorsitzenden mit unserer Referentin Frau Pfarrerin Eva Hadem stand das Friedensthema als praktische Aufgabe unseres Verbandes und unserer Kirchen im Mittelpunkt und gewann durch die Ereignisse erschreckend konkrete Aktualität. Es sind nicht nur die Bilder und Nachrichten der Terroranschläge von Paris, die uns beunruhigen. Der Streit um die Aufnahme der vielen Flüchtlinge in unserem Land, die spürbare Polarisierung in der politischen Auseinandersetzung, die Töne von Hass und die praktizierte und drohende Gewalt müssen uns alle erschrecken und besorgt sein lassen.

WIR LADEN SIE DAHER EIN ZUR TEILNAHME AN EINEM „vernetzten Friedensgebet“.

  • Menschen vereinen sich zu einem gemeinsamen Gebet.
  • Sie stehen füreinander ein -  für sich und für die Welt.
  • Sie beten zum selben Zeitpunkt – wenn auch an unterschiedlichen Orten.

Jeden Mittwoch um 18.00 Uhr suchen wir Ruhe und sprechen das vorgesehene Friedensgebet.


Aus der Tiefe des Chaos
rufen wir zu dir, du Gott des Friedens.
Aus der Tiefe des Leidens
rufen wir zu dir, du Gott der Barmherzigkeit.
Aus der Tiefe der Angst
rufen wir zu dir, du Gott der Liebe.

Guter Gott, höre unsere Stimme, die um Frieden
für unsere verwirrte Welt bittet.
Erleuchte unseren Verstand,
dass wir lernen,
auf deine Weise Frieden zu schaffen,
damit die getröstet werden,
die um der Gerechtigkeit willen leiden.

Sende deinen Heiligen Geist,
damit er uns auf den Weg des Friedens führe,
den du bereits begonnen hast.
Öffne unsere Augen für die Zeichen deiner
Gegenwart in unserer erschöpften Welt.
Lehre uns, in Harmonie mit dir,
unseren Mitmenschen und der Natur zu leben.

Wir sehnen uns so sehr
nach einer friedlichen Welt:
in der Menschen in Würde alt werden können,
in der Eltern ihre Kinder
in Liebe aufwachsen sehen,
in der die Jugend
von ihrer Zukunft träumen kann,
in der Kinder
eine glückliche Kindheit erleben können.

Guter Gott,
stärke unseren Glauben an die Möglichkeit,
Frieden zu schaffen trotz aller Gewalt,
die wir sehen.
Hilf unserem Bemühen um eine bessere Welt,
in der alle willkommen sind,
in der alle sich zum Festmahl versammeln,
in der alle in Freiheit verkünden können,
dass Jesus der Erlöser ist.
Amen.

Schwester Dr. Nazik Khalid Matty

Das ökumenische Friedensgebet 2017 stammt von Schwester
Dr. Nazik Khalid Matty OP aus dem Irak. Die Dominikanerin promovierte an der Universität von Oxford in Bibelwissenschaften. Nach der Rückkehr in ihre Heimat im März 2014 hätte sie sowohl am Priesterseminar in Karakosh als auch an der Theologischen Fakultät in Erbil lehren sollen. Als am 6. August 2014 die Terrororganisation „Islamischer Staat“ in die Stadt Karakosh einzog, mussten sie und die anderen Ordensfrauen nach Erbil fliehen. Sie wurden auf verschiedene Flüchtlingslager verteilt, um dort den Menschen zu helfen. Auch Schwester Nazik übernahm eine solche Aufgabe. Nun kümmert sie sich um Flüchtlinge und auch um die Ausbildung der Priesteramtskandidaten.


Quelle: EMW i.D./missio

Aus aktuellem Anlass: Syrien, Afghanistan und Süd-Sudan - Bitte um Veränderung und Hoffnung

Hilf doch! – „Hoschia Na!“
Das ist der Fleh- und Jubelruf von der Straße, den wir vom Sonntag Palmarum im Gedächtnis haben. In diesem Ruf waren die Bitte der Veränderung und Hoffnung auf neue Verhältnisse vereint und unüberhörbar an den gerichtet, der auf einem Esel einzog, ohne Zeichen der Macht.

Jesus Christus wir bitten dich, schenke uns die Kraft, unsere Stimmen auch im Alltag, auf unseren Straßen, Plätzen und in der Politik zu erheben, damit alle Menschen in Gerechtigkeit und Frieden leben.
Wir rufen dir zu: Hosianna, hilf. O Herr, hilf uns allen!

Von den Straßen in Chan Scheichun/Syrien hören wir: Mehr als 70 Menschen starben bei Luftangriffen mit Giftgas – danach war auch das Krankenhaus unter Beschuss, in dem die Verletzten behandelt wurden.

Jesus Christus, nicht mit Waffen, Gewaltandrohung oder in Prachtgebärden bist du in Jerusalem eingezogen, sondern als Helfer und Begleiter der Mühseligen und Beladenen.
Wir bitten dich für die Menschen in Chan Scheichun, dass sie in ihrer Not helfende Hände und mitfühlende Herzen empfangen.
Sende deinen Geist des Friedens in das hochgerüstete Land. Uns hilf laut ‚Nein‘ zu sagen zu Waffen und Rüstung!
Wir rufen dir zu: Hosianna, hilf. O Herr, hilf uns allen!

Von den Straßen in Afghanistan hören wir: In einigen Provinzen sind sie sicher. Deshalb gab es bereits die vierte bundesweite Sammelabschiebung. Seit Dezember wurden 93 abgelehnte Asylbewerber abgeschoben - in ein Land, in das deutsche Politiker nur mit schusssicherer Weste und Stahlhelm per Hubschrauber einfliegen.

Jesus Christus, unsere Nachrichten bringen nicht mehr die Zahl der täglich getöteten, verletzten, verstümmelten Kinder, Männer und Frauen von Terrorangriffen und Kämpfen auf den Straßen und Plätzen.
Wir bitten dich, vernimm die Klagen und die Trauer. Sende deinen Geist der Liebe in das geschundene Land. Uns hilf laut ‚Nein‘ zu sagen, wenn Menschen in Kriegsgebiete abgeschoben werden sollen.
Wir rufen dir zu: Hosianna, hilf. O Herr, hilf uns allen!

Auf den Straßen im Süd-Sudan in der Grenzstadt Patjok sind über 3.000 Menschen nach Uganda geflohen. Zuvor waren wahllos Kinder, Frauen und Männer von den Regierungstruppen getötet worden.

Jesus Christus, wir klagen zu dir das unvorstellbare Leid, wenn Menschen keine Sicherheit und Schutz im eigenen Land vor der eigenen Regierung haben. Du bist der Helfer und Begleiter der Schutzsuchenden, deshalb bitten wir dich um Trost und Nähe für die Menschen auf der Flucht.
Sende deinen Geist der Versöhnung in das zerrissene Land. Uns hilf laut ‚Ja‘ zu sagen, wenn Hilfsorganisationen um Spenden in den Katastrophengebieten aufrufen.
Wir rufen dir zu: Hosianna, hilf. O Herr, hilf uns allen!
Amen.

Quelle: Brot für die Welt


ea vor Ort

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